ACE Sommerreifentest 2026: 225/40 R18 XL im Härtetest
Sommerreifen müssen im Alltag bei Hitze, Starkregen und plötzlichen Gefahrensituationen zuverlässig reagieren. Der ACE Auto Club Europa hat deshalb zehn Sommerreifen der Dimension 225/40 R18 XL intensiv und objektiv geprüft.
Diese Größe passt unter anderem für VW Golf, Škoda Octavia, Seat Leon, Opel Astra oder Audi A3.
Ergebnisse im Überblick
Trockenbremsen: enges Niveau, Bridgestone vorne
Für die Vollbremsung auf trockener Fahrbahn wurde bei 100 km/h eine Notbremsung simuliert. Die Reifen liegen insgesamt dicht beieinander. Den kürzesten Bremsweg erreicht der
Bridgestone (32,85 m), gefolgt von Continental (33,16 m) und
Michelin (33,37 m). Am längsten benötigt der Nexen (34,73 m).
Der Abstand zwischen Best- und Schlechtestwert liegt damit bei unter zwei Metern.
Nassbremsen: deutliche Unterschiede
Beim Bremsen auf nasser Fahrbahn wurde die Vollbremsung bei 80 km/h durchgeführt.
Hier setzt sich Continental (24,51 m) an die Spitze, gefolgt von
Bridgestone (24,79 m) und Linglong (25,38 m).
Das Schlusslicht bildet erneut Nexen (28,34 m).
Der Abstand zwischen dem besten und dem schlechtesten Reifen beträgt 3,83 m, also knapp eine Wagenlänge.
Aquaplaning: die Reihenfolge kippt
Beim Aquaplaning zeigt sich, wie stark sich Platzierungen je nach Disziplin verändern können.
Nexen, zuvor hinten, landet beim Aquaplaning längs vorne und teilt sich die Spitzenposition mit Falken und Pirelli.
Auf gerader Strecke tritt Aquaplaning beim Pirelli erst bei 82,5 km/h auf, beim Nokian Tyres bereits bei 80,1 km/h.
In der Kurve werden die Unterschiede größer: Falken bleibt am längsten stabil (bis 71,5 km/h), während Continental hier das Schlusslicht bildet (68,3 km/h). Damit kann die kritische Situation um mehr als 3 km/h früher eintreten.
Trockenhandling: Präzision oben, Defizite unten
Im Trockenhandling werden Seitenführung, Traktion und Lenkpräzision bewertet. Pirelli, Falken, Continental und Michelin erreichen hier Bestwerte: gute Kurvenfestigkeit, präzises Lenkverhalten und kontrollierbare Fahrweise.
Am Ende liegen Nexen und Linglong.
Fahrspurwechsel: Pirelli vorn, Feld dicht beisammen
Beim Fahrspurwechsel werden schnelle Ausweichmanöver nachgestellt. Entscheidend sind Reaktionsschnelligkeit, Stabilität und Kontrolle. Pirelli erzielt die meisten Punkte, die übrigen Modelle liegen eng beieinander.
Auffällig ist Nokian Tyres, der unter anderem durch eine schwächere Abstützung der Hinterachse negativ auffällt.
Nasshandling: neue Gewinner, neue Verlierer
Auf dem Nasshandlingkurs verschiebt sich das Bild deutlich. Pirelli und Falken, auf trocken noch in der Spitzengruppe, landen im Nassen im hinteren Bereich. Gründe sind unter anderem
weniger Sicherheitsgefühl, mehr Unter- und Übersteuern, sowie unpräziseres Lenkverhalten und weniger Seitenführung. Umgekehrt verbessert sich Linglong deutlich und erreicht im Nasshandling den Spitzenwert,
gefolgt von Nokian Tyres und Michelin, die mit guter Traktion aus der Kurve überzeugen.
Gesamturteil
Das Rennen ist knapp: Testsieger ist der Michelin Pilot Sport 4S mit 141 von 170 Punkten und dem Urteil „sehr empfehlenswert“.
Dahinter folgen Continental (140 Punkte), Bridgestone (138 Punkte) sowie Falken (135 Punkte) – ebenfalls „sehr empfehlenswert“.
Die übrigen Reifen werden als „empfehlenswert“ eingestuft.
So lief der ACE Sommerreifentest 2026 ab
Reifengröße und Testfeld
Getestet wurden zehn Sommerreifen in der Dimension 225/40 R18 XL, eine verbreitete Größe für Fahrzeuge der Kompaktklasse. Im Testfeld sind Premium-, Mittelklasse- und Budget-Reifen vertreten.
Testfahrzeuge
Als Testfahrzeuge kamen drei VW Golf 8 zum Einsatz. So wurden alle Reifen auf identischen Fahrzeugen unter vergleichbaren Bedingungen geprüft.
Beschaffung und Unabhängigkeit
Um unabhängige Ergebnisse zu gewährleisten, wurden die Reifen anonym im Handel gekauft.
Neuprodukte, die zum Zeitpunkt des Tests noch nicht verfügbar waren, wurden direkt vom Hersteller bereitgestellt.
Diese Reifen wurden vor Veröffentlichung mit Reifen aus dem Handel nachgetestet und die Ergebnisse auf Plausibilität verglichen. Waren die Abweichungen zu groß, wurde der Reifen aus dem Test ausgeschlossen.
Testorte und Messumgebung
Nass- und Trockentests sowie die Geräuschmessung fanden in Spanien auf dem Hakka Ring, einem Testgelände von Nokian Tyres, statt. Die Prüfung des Rollwiderstands wurde in Finnland, ebenfalls auf einem Areal von Nokian Tyres, durchgeführt.
Disziplinen und Punkteverteilung
Die Gesamtwertung umfasst maximal 170 Punkte und setzt sich aus drei Bereichen zusammen:
Sicherheit nass (80 Punkte), Sicherheit trocken (60 Punkte) sowie
Wirtschaftlichkeit/Umwelt (30 Punkte).
- Sicherheit nass: Bremsen nass (30), Handling nass (20), Aquaplaning längs (20), Aquaplaning quer (10)
- Sicherheit trocken: Bremsen trocken (30), Handling trocken (20), Fahrspurwechsel (10)
- Wirtschaftlichkeit/Umwelt: Vorbeifahrgeräusch (10), Rollwiderstand (20)
Subjektivtests: Handling trocken & nass
Die Kategorien Handling trocken und Handling nass wurden zusätzlich im Rahmen eines Subjektivtests bewertet. Ein erfahrener Testfahrer fuhr einen vordefinierten Parcours, der realistische Fahrszenarien abbildet – inklusive verschiedener Kurven, Geraden, Kuppen, Steigungen und Gefälle.
Messwiederholungen und Auswertung
Alle Disziplinen wurden mehrfach gefahren, um zufällige Ausreißer zu vermeiden. Die Bremstests wurden insgesamt acht Mal wiederholt. Der beste und der schlechteste Wert wurden gestrichen, aus den verbleibenden Messungen wurde der Durchschnitt berechnet.
Qualitätssicherung durch Referenzreifen
Zur Kontrolle lief ein Referenzreifen mit, der im Testverlauf mehrfach geprüft wurde. Veränderten sich dessen Werte deutlich (z. B. durch andere Luft- oder Asphalttemperaturen), wurde der Test abgebrochen, weil die Vergleichbarkeit nicht mehr gewährleistet gewesen wäre.
Hinweis zu Preisangaben
Die ausgewiesenen Marktpreise sind Durchschnittspreise, tagesaktuell zum Redaktionsschluss am 23.01.2026 über mehrere Online-Portale ermittelt. Preise können schwanken und liegen im Fachhandel häufig höher.












